Das Bienenjahr 2017 beginnt

 

In der ersten schönen Frühjahrswoche Mitte März haben wir „Inventur“ bei unseren Damen gemacht:

Fast alle Völker sind gut durch den Winter gekommen, sind ausreichend stark und sammeln schon fleißig Pollen um die neuen Sommerbienen aufzuziehen. In den Stöcken sind schon recht große Brutnester angelegt, alles ist prima.

Allerdings haben wir gleich zu Beginn dieses Jahres  zwei „Sorgenvölker“. Eines ist im Winter sehr, sehr klein geworden, die Mädels sitzen gerade mal auf den beiden Seiten einer einzigen Wabe. Allerdings ist die Königin fit und hat schon fleißig gestiftet, so dass das Volk zwar sehr langsam, aber immerhin wachsen wird.

Ein zweites Volk hier in Buer hat allerdings ein weitaus größeres Problem. Es ist ein sehr starkes Volk, die Bienen besetzen 6 volle Waben! Und sie haben auch bereits fleißig ein Nest angelegt, das heißt:

Die Mitte der Waben wird kreisförmig geputzt und drumherum Futter und frische Pollen eingelagert, um die Brut mit möglichst wenig Aufwand füttern zu können.

Das Problem besteht allerdings darin, dass es gar keine Brut gibt, denn: die Königin legt keine Eier, was wir bei der Kontrolle am vergangenen Wochenende festgestellt haben. Bei der Ursachenforschung entdeckten wir die tote Königin unten auf dem Stockboden, umlagert von ihrem Hofstaat…Offensichtlich hat sie es nach der Winterpause nicht geschafft für Nachwuchs zu sorgen.

Eine neue Königin kann sich dieses Volk nicht basteln, da keine Stifte vorhanden sind, zudem wäre es auch viel zu früh im Jahr, denn es gibt noch so gut wie gar keine Drohnen um eine Jungkönigin zu begatten. Das Volk wäre rettungslos verloren. Daher haben wir uns entschieden, es mit dem winzigen Volk dessen Königin ja schon fleißig Eier legt, zu vereinigen; also aus den beiden Sorgenvölkern ein großes und hoffentlich problemloses, neues Volk zu machen.

Damit das starke Volk die neue Königin annimmt, haben wir die verstorbene Queen herausgenommen, was das Volk mit lautem, andauerndem Heulen quittiert hat. Solange die Königin sich noch in der Beute befindet, egal ob sie lebt oder tot ist, riechen die Bienen ihren speziellen Duft und sind ganz ruhig: Mami ist ja da…

Sobald sie jedoch fort ist, merken sie nach wenigen Minuten: Mami ist weg! Und wenn sie dann nicht die Möglichkeit haben, eine neue Chefin zu basteln werden sie hektisch, denn sie spüren, dass sie in eine ausweglose Situation geraten sind.

Eine fremde Königin hineinzusetzen ist aber immer problematisch, denn nicht immer sind die Mädels kooperativ.

Daher haben wir einen Tag lang gewartet um sicher zu gehen, dass sie auf Grund der ausweglosen Situation die neue Königin bereitwillig aufnehmen. Im Moment sieht es so aus, als ob alles geklappt hat, das Volk ist sehr ruhig und auch fleißig bei der Arbeit. Da wir es aber in dieser heiklen Situation nicht stören wollen (und eh keine Möglichkeit haben, daran was zu ändern) müssen wir ein wenig Geduld haben und werden erst in zwei Wochen mal wieder nach dem Rechten schauen. Bis dahin heißt es Daumendrücken…

Es ist und bleibt spannend bei unseren Mädels…

Das Mäusegitter werden wir übrigens erst Ende März entfernen, in einem Nachbarvolk in Bochum konnten wir beobachten, was passiert, wenn man da nachlässig ist:

In das zweizargige Volk ist ein Mäuschen in die obere Etage eingezogen, hat sich durch die Waben gefuttert und sich dort sogar ein kuscheliges, kugeliges Nest gebaut. Für den Mieter natürlich äußerst praktisch: die Speisekammer ist gut gefüllt:

Das ist dem Volk zum Verhängnis geworden: der Dieb hat die ganzen Vorräte aufgefuttert und die trägen, hungrigen Bienen natürlich auch…